Straffälligenhilfe des SkF Köln e.V.

Schon die Gründerin des heutigen Sozialdienstes katholischer Frauen e.V. Köln, Marie Le Hanne Reichensperger, hatte ihr soziales Engagement mit der Betreuung inhaftierter Frauen in Koblenz begonnen. Nach ihrer Rückkehr nach Köln führte sie dieses Engagement weiter und baute es aus.

Die Beratung und Begleitung von straffällig gewordenen Frauen und Mädchen gehört bis heute zu den Aufgaben des SkF e.V. Köln. Die Beratungsarbeit für Mädchen und Frauen während und nach der Inhaftierung
wurde, jeweils an die aktuellen gesellschaftlichen und sozialen Erfordernisse und an die Bedürfnisse der Klientinnen angepasst, seit 1899 fortgeführt.

Zum Selbstverständnis der Arbeit in der Straffälligenhilfe gehört die Solidarität mit denen, die keine gesellschaftliche und politische Lobby haben und deren Lebensläufe bei den meisten Menschen bestenfalls Unverständnis, wenn nicht gar Ablehnung auslösen.

Zum historischen Vermächtnis gehört auch, dass bis heute ein großer Teil der Betreuung von inhaftierten und haftentlassenen Frauen durch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geleistet wird. Geschult und intensiv begleitet durch hauptamtliche Mitarbeiterinnen, bieten die Freiwilligen in der Justizvollzugsanstalt individuelle Begleitung, schulische und berufliche Förderung, Alphabetisierung, Kurse, kreative und sportliche Angebote an und sichern in manchen Fällen eine weitergehende Betreuung
nach der Haftentlassung ab.

Zu den Angeboten des SkF e.V. Köln für Mädchen und Frauen in der JVA Ossendorf gehören:

 

  • Die individuelle Begleitung und Beratung während der Haft und die Vorbereitung der Haftentlassung durch die Implementierung weiterführender Hilfe, wie Wohnraumsicherung, Aufnahme einer Therapie, Beginn einer Ausbildung, Aufnahme einer Arbeit
  • Begleitung nach der Haftentlassung zur Stabilisierung und Unterstützung der Resozialisierung
  • Begleitung von schwangeren Inhaftierten während der Haft, gegebenenfalls Vorbereitung der Geburt, Vermittlung von gynäkologischen Untersuchungen und der Kontaktaufnahme zu einer betreuenden Hebamme, Klärung der Situation von Mutter und Kind, wenn die Mutter nach der Geburt weiterhin inhaftiert bleibt, Klärung der gemeinsamen Perspektive nach der Haftentlassung
  • Gewährung individueller Hilfen
  • Bereitstellung einer zusätzlichen therapeutischen und psychosozialen Begleitung von jungen Frauen und Mädchen insbesondere mit Migrationshintergrund
  • Begleitung der Inhaftierten und haftentlassenen Frauen innerhalb eines Netzwerkes gemeinsam mit Bewährungshilfe, Jugendgerichtshilfe, therapeutischen und psychosozialen Angeboten, Trägern von Wohneinrichtungen und Betreutem Wohnen etc.